Der Landeshintergrund

Mersamón

Einst war die Baronie Mersamón ein reicher Landstrich in dem Kaiserreich Antaria auf der Insel Sagala, der von dem Export seiner Naturprodukte lebte. Besonders beliebt waren die Mersamónnischen Äpfel, da diese eine sehr hohe Qualität besaßen. Ein permanenter Abnehmer war sogar der Kaiserhof. Die Äpfel durfte auf keiner Tafel fehlen.

Doch als der Baron Alexandros an die Macht kam wendete sich das Blatt. Sein wirtschaftliches Geschick war miserabel und er lebte eine Dekadente, selbstgerechte Regierungszeit. Kurzum, Mersamón wurde heruntergewirtschaftet. Der Reichtum verging und die Armut griff um sich. Doch das störte Alexandros nicht. Er erhöhte die Steuern um seinen übertriebenen Lebensstiel weiterführen zu können, so dass sogar der kleine Landadel in Armut versank. Schlussendlich stellte er sogar die Zahlungen an den Fürsten ein.

Das ließ sich der Fürst nicht mehr gefallen. Alexandros wurde kurzerhand abgesetzt. Dieser hatte schon damit gerechnet und floh mit einem Großteil der Staatskasse.

Zu der Zeit der Regierung von Baron Alexandros wurde der Junge Salido ya Dipu, einziger Sohn der ya Dipus, in die Nebenbaronie Ruhn geschickt um dort seine Ausbildung als Höfling zu absolvieren. Die ya Dipus waren seit Generationen eine Mersamónnische Kleinadelsfamilie, die durch ihre Apfelplantagen und ihr großes wirtschaftliches Geschick einen gewissen Reichtum und Ansehen erhielt. Salidos Mutter war im Kindbett gestorben. Nach seiner Ausbildung wurde Salido Diplomat in Ruhn, kehrte jedoch bald nach Mersamón zurück, da sein Vater durch die große Armut krank geworden war. Salido übernahm den Familienbetrieb, oder vielmehr das, was davon übrig war. Bald schon starb sein Vater.

Als Baron Alexandros abgesetzt wurde suchte der Fürst nach einem Nachfolger. Gesucht wurde eine Person mit großem wirtschaftlichen Geschick. Da die Familie der ya Dipus in gutem Ruf stand wurde Salido ya Dipu vorgeschlagen. Er nahm das Amt an.

Nach und nach baute er die Baronie wieder auf. Er setzte auf den einstigen Reichtum Mersamóns, die Äpfel. Diese Taktik ging auch mehr oder weniger auf, jedoch reichte sie nicht die Baronie aus der Grube zu heben. Der große Durchbruch kam, als in einem Steinbruch eine Entdeckung gemacht wurde. Den Arbeitern waren glitzernde Steine aufgefallen. Sofort wurde an der Stelle weiter gegraben und es stand fest, dass man eine Bergkristallader gefunden hatte. Salido befahl, trotz einer Warnung des Traumlings Famico, die Ader auszuheben und eine Mine zu errichten. Die Kristalle halfen Mersamón wieder zu errichten.

Doch die Warnung war nicht leer. Die Traumlinge hatten vor langer Zeit einmal einen Wütenden Mantikor in dem Berg eingesperrt. Die Tunnel der Mine durchzogen schon den ganzen Berg, als ein Grabungsteam auf eine große Höhle stieß. Diese Entdeckung besiegelte den Untergang der Baronie. In einer Nacht überfiel der Mantikor zwei Dörfer und schlachtete alles ab. Seine generelle Wut hatte sich durch die vielen Jahre der Gefangenschaft noch gesteigert. Baron Salido rief den Kriegszustand auf und lies alle Bürger in die Stadt rufen. Boten mit Hilfeschreiben wurden an de umliegenden Baronien geschickt, doch diese kamen nie an. Schon bald griff der Mantikor die Stadt an. Die wenigen Soldaten schafften es den Mantikor abzuwehren, doch der Großteil war Verletzt und die Verteidigungsanlagen zerstört. Einen weiteren Angriff würde man nicht standhalten. So entschied sich Salid zu einer Verzweiflungtat. Er ließ Nahrungsmittel und die Kristallvorräte auf Schiffe verladen und dann die Bevölkerung auf die in dem kleinen Hafen liegende Schiffe evakuieren und stach in See. Er gab seine geliebte Heimat auf. Ein Kriegsschiff und zwei Handelsschiffe, allesamt mehr als voll beladen segelten nun in den Nebel in eine unbekannte Zukunft.

Nach mehreren Wochen auf See kam endlich Land in Sicht. Und der Zufall wollte es, dass, nachdem sie eine Weile an einer unbewohnten Küste Richtung Westen entlang segelten in eine geschützte Steinbucht kamen. Vor ihnen, vom Meer aus kaum zu sehen, lag eine Stadt in der Bucht. Die Mersamónnischen Schiffe legten in dem Hafen an. Von den Schiffen aus konnte man schon die Zerstörung sehen, die die Stadt befallen hatte. Dies machte sich Salido zu nutze. Er ernannte sich vom Schiff aus als Herrscher dieser Stadt und ließ seine Soldaten an Land gehen. Der Widerstand war nicht nennenswert. Wie sich herausstellte hatten die Götter ihre Hände wirklich über die Flüchtlinge gelegt. Es handelte sich bei der Stadt um den kleinen Stadtstaat Menkar, der sich erst kürzlich von einer brutalen Besatzung befreit hatte. Es waren, wie sich später herausstellte handelte es sich um Schakarasa. Schnell merkte die Bevölkerung, dass sie unter Mersamónnischer Flagge zwar wieder einen Fremden Herrscher hatte, doch dass sie unter diesem Aufblühen konnten. Der wenige Widerstand im Untergrund hielt nicht lange. Er löste sich auf oder wurde im Keim erstickt. Auch die drei zugehörigen Dörfer unterwarfen sich ohne Gegenwehr.

Seitdem Wurde die Stadt Menkar in Mersamón umbenannt und steht unter dem Rot-Schwarzen Banner. Die Stadt liegt in einer Gebirgsschneise am Meer und gebietet über drei kleine Dörfer, die in der Nähe eines großen Waldes sind. Zwar hat Salido Kundschaften ausgeschickt, doch diese konnten keine neuen Erkenntnisse bringen was hinter dem großen Wald war. Da die Bewohner Menkars selten ihre Stadt geschweige denn ihr Herrschaftsgebiet verlassen haben konnten sie auch keine Informationen erbringen. Also entschloss sich die neu gegründete Regierung (Siehe Lex Mersamón Absatz I.) passiv zu bleiben und die Stadt erst einmal aufzubauen. Die Stadt wurde richtig befestigt und Ausgebaut. Viele Bauprojekte wurden Geplant und begonnen. Der Bau einer Bergfestung mit angeschlossener Kaserne, die Renovierung des Hafens, Verstärkung des Stadtwalls und des Trennwall der Oberstadt, Bau eines Leuchtturms, Bau eines Verteidigungspostens nahe Waldend und vieles mehr. Hierzu musste der Steinbruch erweitert  und die Holzrodung angekurbelt werden.

Es wurde ein Seeweg Richtung Osten gefunden, der zu den Mittellanden führt, so dass auch der Handel wieder in Schwung kam. Erst kürzlich, als der „Baron“ Salido ya Dipu selber eine Seeexpidition anführte um die Insel Montralur zu finden, fanden die Teilnehmer heraus, dass man sich auf der Insel selber schon befand.

Stadt: Mersamón ehemals Menkar

Bevor die Stadt übernommen wurde, hieß sie Menkar. Die Mersmónnischen Truppen unter dem Baron ya Dipu benannten sie nach ihrer alten Heimat, in Gedenken an diese.

Sie ist in drei Sektionen unterteilt.

Die Oberstadt ist auf einem Hügel gelegen. Hier wohnen die reichen Bürger und hier steht auch das Rathaus, von dem man die gesamte Stadt überblicken kann. Im Norden, Westen durch steile Felsen und im Süden durch zum Meer abfallende Klippen ist der einzige offene Zugang zur Oberstadt der von einer Mauer umfriedete östliche Weg durch die Unterstadt. Die Mauer zur Oberstadt ist nicht so stark wie die der Unterstadt, bildet jedoch eine eindeutige Absperrung, die nur durch ein zentrales Tor durchquert werden kann, welches in der Regel rund um die Uhr offen steht. Auch zu erwähnen ist die Taverne „zum goldenen Apfelbaum“, welche die beste und am beste besuchte in der Stadt ist. Vor dem Rathaus findet auch immer der Markt statt. Ein weiterer Zugang in die Oberstadt ist ein neuer künstlich angelegter Weg in das westliche Gebirge. Denn in dem Gebirge wird zur Zeit eine Festung errichtet, die auch die Militärakademie der Garde beinhaltet. Die Straße wird von der Festung aus ein gut befestigter aber verdeckter Pfad, der aus dem Gebirge ins Landesinnere führt. Er ist als Fluchtweg aus der Stadt oder für einen Ausfall in die Feindesflanke angelegt worden. Da der Pfad durch die Festung geschützt und nicht sonderlich breit ist, ist ein Angriff auf die Festung nahezu unmöglich.

Die Unterstadt bildet den Großteil der Stadt. In ihr sind Handwerker und Dienstleister ansässig und haben ihre Werkstätten. Kleinere Märkte gibt es auch hier. Hier tobt das Leben, das durch Gardepatrouillen geregelt wird. Begrenzt wird sie im Westen durch die Oberstadt, im Osten durch Felsen, im Süden durch das Hafenviertel und im Norden durch die primäre Stadtmauer. Die Mauer ist die Erweiterung der früheren kleinen Wehrmauer, die Baron ya Dipu ausbauen ließ, um die Stadt gegen Feinde zu schützen. Sie ist durch zwei Tore durchbrochen, die Tagsüber geöffnet sind. Nachts wird das Osttor geschlossen, das Westtor bleibt jedoch offen.

Das Hafenviertel ist gespickt durch Lagerhallen und Handelshäusern. Die Wohnungen hier sind noch etwas schlechter als die in der Unterstadt und die Tavernen sind robuster, da auch der Umgang hier rauer ist. Eine große Werft ist im Bau und weitere Kais werden angelegt. Zu erwähnen ist die Stadtbekannte Taverne „zur feuchten Muschel“, das einzige Bordell der Stadt.

Dem Regierungsbereich des Stadtstaates gehören 3 Dörfer an.

Das Dorf Waldend liegt am nächsten an dem großen Wald. Das ist der Grund, warum dort die stationierte Gruppe Gardisten größer als in den anderen Dörfern ist. Zu den Feldern, die dem Dorf angehören ist das Dorf maßgeblich für die Holzproduktion Mersamóns zuständig. Die gewaltigen Ausmaße des Waldes, der hier auch große Teile der Fernberge bedeckt, bieten Holz in rauen Mengen und die Bäume sind alt und hoch. Zu dem schon existierenden Sägewerk wird zur Zeit ein zweites errichtet. Waldend selbst liegt noch rund 25 Meilen vom eigentlichen geschlossen Wald entfernt. Jedoch gibt es hier einige relativ flache, dicht bewaldete Pässe durch die Fernberge, die das Gelände sehr unübersichtlich machen. Deshalb wird in der Nähe des Dorfes momentan ein befestigter Verteidungunsposten errichtet um eventuelle Angreifer aus dem Wald besser abzuwehren zu können.

Das Dorf Felden liegt im Westen der Stadt. Die vielen freien Flächen um das Dorf haben zur Folge, dass es die größten Nutzflächen besitzt. Der Großteil der Nahrung Mersamóns wird in diesem Dorf erwirtschaftet.

Das Dorf Imdenfurt hat seinen Namen, da es die Brücke über den kleinen Flusslauf der Imde beinhaltet. Es liegt im Osten der Stadt. In sie ist der zweitgrößte Lieferant an Nahrungsmitteln, hat jedoch sein Hauptaugenmerk auf die Viehzucht gelegt. Zudem ist in dem Dorf die Verwaltung des Steinbruchs untergebracht. Die Imde bietet im oberen Lauf in der Fernbergen keine ausreichende Möglichkeit, an ihrem Bachlauf voranzukommen.

Weitere besondere Orte:

Der Steinbruch

Der Steinbruch im Osten der Stadt liegt in dem Küstengebirge. Hier arbeiten fest angestellte, jedoch auch Strafarbeiter, sowohl welche die Straftaten begangen haben, als auch solche, die ihre Abgaben und Steuern nicht leisten konnten. Die Steine werden alle zum Eigenverbrauch genutzt, für den Aufbau und die Erweiterung der Stadt, insbesondere jedoch durch Bauprojekte wie der Festung und der Erweiterung der Wehrmauer.

Der Sturmfels

Östlich der Stadt steht eine besonders hohe Klippe an der Küste. Von unten ist zu sehen, dass die Spitze flach ist. Ein perfekter Ort für einen Aussichtspunkt! Nein, denn der Sturmfels hat seinen Namen nicht umsonst. Sein Gipfel ist ununterbrochen von Stürmen heimgesucht, die keine Pausen lassen und unvorsichtige Personen die Klippen hinabstürzen können, da sie ständig die Windrichtung wechseln. Die flache Ebene ist dennoch bebaut. Ein Steinkreis aus 10 Monolithen, jeder einzelne misst 3 Meter Höhe, umringt einen steinernen Sockel. In diesem ist eine schwarze Kugel zur Hälfte einglasen, so dass sie nicht zu entfernen ist. Im Volksmund wird sie „Das Auge des Sturms“ genannt. In den Bibliotheken ist nichts über diesen Steinkreis oder die Kugel zu finden und selbst die ältesten neu Mersamónner kennen keine Legenden, die auf den Grund für dieses Phänomen hinweisen. Oberflächliche magische Analysen ergaben, dass weder die Steine, noch die Kugel magisch sind oder an den Stürmen Schuld tragen. Umfangreichere Untersuchungen wurden von Salido ya Dipu abgebrochen, als 3 Personen der Untersuchungsgruppe den Tod fanden.

Um Fremde und Reisende vor dem Gipfel zu warnen lebt an dem Fuße des Berges seit Generationen eine Familie, die aus diesem Grunde den vermeintlichen Adeltitel Titel „vom Sturmfels“ trägt.

Der große Wald

Der Große Wald bildet mehr oder weniger die offizielle Landesgrenze des Stadtstaates. Die am nächsten gelegene Siedlung ist Waldend. Die alten und hohen Bäume sind so dicht, dass an einigen Stellen kaum Licht auf den Boden fällt. Hinter ihm ist eine große unbewohnte Steppe. Doch viele ausgesandte Kundschafter sind nicht wieder gekommen. Ob sie sich verlaufen haben, verhungert oder gar Tieren oder anderem in die Hände liefen ist nicht bekannt. Doch der Wald birgt auch seine guten Seiten. Er bietet nicht nur Holz für die Erweiterung der Stadt, sondern auch wilde Beeren und gute Jagdgründe.

Der Leuchtturm

Der neu errichtete Leuchtturm steht erhöht auf den westlichen Felsen der Unterstadt am Hafenviertel und ist auf den Ruinen des alten errichtet, der außer betrieb war.

 Mersamónnische Redensweisen:

„Das gleicht ja einem Mersamónnsichen Apfel“ -- ist ein lobender Ausdruck für Qualität

„Hilfreich wie ein Kristall“ -- für nützliche Dinge, die einen weiter bringen